
In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du Entwürfe bei Architekturwettbewerben wirkungsvoll und effizient hinsichtlich Klimaschutz und Klimawandelanpassung überprüfen und ganz einfach hinsichtlich Klimaresilienz optimieren kannst.
In Zeiten des Klimawandels wird die Notwendigkeit immer größer, bei der Gestaltung von Immobilien und Freiräumen verstärkt auf Klimaschutz und Klimawandelanpassung zu achten, und dies am Besten so früh wie möglich. Neben den Bauträgern selbst sind vor Allem die Fachdisziplinen der Architektur sowie Landschaftsarchitektur mit diesen Themen direkt konfrontiert.
Klimaresilienz in Architekturwettbewerben
Bei immer mehr Architektur-, Landschaftsarchitektur- und Stadtplanungswettbewerben sind die zeitgemäßen Themenpunkte rund um Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Klimaresilienz bereits fester Bestandteil und Vorgabe der Auslobungsunterlagen, auch wenn es zum Teil noch unterschiedlich tiefe Schwerpunkte, Kriterien und Vorgaben gibt.
Nachweisführung für Klimaresilienz
Die Kriterien bzw. Nachweise für Klimawandelanpassung und Klimaresilienz können dabei je nach Wettbewerb, dessen Art und Durchführungsform in unterschiedlicher Form und Tiefe vom Auslober berücksichtigt und für die Vorprüfung abgefragt sowie von den Teilnehmerteams in entsprechender Form nachgewiesen werden.
Bei der Nachweisführung für Klimaresilienz in Wettbewerben auf der Teilnehmerseite kann allgemein zwischen folgenden Typen unterschieden werden:• Konzeptioneller Nachweis
• Numerischer Nachweis
• Räumlich-numerischer Nachweis
Unabhängig von der Nachweisführung empfiehlt es sich, im Wettbewerbs- und Entwurfsprozess neben den vielen anderen Anforderungen die wichtigen Themen zu berücksichtigen und interdisziplinär im Team in die Gestaltung des (Vor-)Entwurfs funktional und wirkungsvoll einzubinden.
Tools für klimafitte (Landschafts-)Architektur
Doch wie können Wettbewerbsteilnehmer sicherstellen, dass die Entwürfe im Wettbewerbsprozess auch den Anforderungen an das Thema Klimaresilienz gerecht werden?
Wie gelingt es, das Thema von Grund auf frühestmöglich und konzeptionell zu berücksichtigen, um die entsprechenden Weichen im Entwurfsprozess zum richtigen Zeitpunkt zu stellen. Sowie gleichzeitig die entsprechenden Aufgaben im Team zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen aufzuteilen und zu koordinieren, um die Punkte neben den vielen anderen Wettbewerbsanforderungen, smart und wirkungsvoll zu erfüllen.
Hier kommen moderne, softwarebasierte Lösungen wie der Klimacheck oder die 3D Analyse von greenpass ins Spiel. Diese Tools ermöglichen es, Entwürfe über den gesamten Wettbewerbsprozess ganz einfach und effizient hinsichtlich Klimaschutz und Klimawandelanpassung zu überprüfen und zu optimieren.
Folgende digitale Tools unterstützen in der Gestaltung von klimasicheren Immobilien und Freiräumen sowie das Thema Klimawandelanpassung in Entwurfs- und Wettbewerbsprozessen zu berücksichtigen:1. Grün- und Freiflächenfaktoren
In Wettbewerben werden aufgrund der Einfachheit, immer häufiger Grün- und Freiflächenfaktoren abgefragt (z.B. GFF, BFF uvm.), um das Thema Grün und folglich indirekt das Thema Klima zu berücksichtigen. Dabei sind Kennzahlen, meist in Form von Tabellenkalkulationsprogrammen (z.B. Excel), abhängig von der jeweiligen Systematik (je Stadt), zu liefern.
Teilweise berücksichtigen die Faktoren auch Wirkungen, häufig sind sie abstrahierte, rein flächenbasierte und auf subjektiven Experteneinschätzungen oder ansatzweise auch auf Simulationen basierte Bewertungen.
2. Klimacheck
Der Klimacheck ist ein KI- und webbasiertes Softwaretool, das von greenpass entwickelt wurde und mindestens genauso einfach, wenn nicht einfacher in der Anwendung ist, wie Tabellenkalkulationsprogramme. Es ermöglicht eine schnelle und valide Bewertung von Immobilien und Freiräumen. Mit minimalen Datenanforderungen können unterschiedliche Szenarien hinsichtlich Nachhaltigkeit, Klimasicherung und Klimaresilienz in Eigenregie und innerhalb von Sekunden überprüft werden.
Dabei werden verschiedene Kriterien wie Standortfaktoren, Gebäudeinformationen, Energieeffizienz sowie Begrünungsanteile berücksichtigt und neben einer Vielzahl an aussagekräftigen Indikatoren und Kennzahlen (KPIs) eine individuelle Anleitung mit den besten Maßnahmen für mehr Klimaresilienz generiert.
3. 3D-Analyse
Ein weiteres nützliches Tool bei Wettbewerben und für Entwurfsprozesse in Architektur und Landschaftsarchitektur ist die 3D Analyse von greenpass. Mit Unterstützung von ausgebildeten Urban Climate Architects (UCA) wird auf Basis eines digitalen Zwillings aus dem greenpass Editor eine detailliertere und räumliche, dreidimensionale Analyse und Simulation des Entwurfs hinsichtlich Klima, Wasser und/oder Wind durchgeführt.
Dabei kann die Planung hinsichtlich Mikroklima, Regenwassermanagement und Windströmungen anhand numerischer Indikatoren in Kombination mit Heatmaps optimiert werden. Die Ergebnisse bieten zusätzlich zum Klimacheck eine solide Grundlage für eine effektive Optimierung des Entwurfs hinsichtlich Klimaresilienz.
Schritt-für-Schritt Anleitung für mehr Klimaresilienz
Doch wie können diese Tools konkret bei Architekturwettbewerben und im Entwurfsprozess eingesetzt werden? Zunächst einmal bieten sie die Möglichkeit, die Anforderungen an Klimaschutz und Klimawandelanpassung bereits in der frühen Planungsphase sowie auch in unterschiedlichen Detailtiefen zu berücksichtigen.
Folgend findest du eine Schritt-für-Schritt Anleitung und praxisbezogene Empfehlungen für einen klimafitten Entwurfsprozess in der (Landschafts-)Architektur.
1. Schritt | Grundlagenanalyse
Vor der Planung ist nach der Planung. Im 1. Schritt bietet ein Klimacheck einen grundlegenden Input und Start für den Entwurfsprozess. Basierend auf ein paar schnellen Angaben wie der Adresse und den Rahmenparameter, kann für den Standort eine Klimarisikoanalyse (KRA) durchgeführt werden.
Diese erlaubt als Ausgangsbasis, auf die Naturgefahren und auftretenden Klimarisiken für die heutigen und zukünftigen Bedingungen bestmöglich eingehen und mit der Architektur und den Freiraum im Entwurfsprozess darauf reagieren zu können.
Bereits basierend auf der KRA, schlägt der Klimacheck effektive und wirkungsbasierte Maßnahmen vor, die für die ersten Entwurfsskizzen und Versuche der Aufgabenstellung als Input aufgegriffen und berücksichtigt werden können.2. Schritt | Variantenstudie
In einem nächsten Schritt kann das Architektenteam, Landschaftsarchitekten, Energieberater oder ein spezieller Klimafachplaner in der Klimacheck-App ganz einfach ein oder mehrere Szenarien anlegen und diese anhand von bis zu 30 Eingabeparameter innerhalb von Sekunden überprüfen.
Im Szenario können mit Hilfe von Eingabehilfen ganz einfach die Gebäude, Energie-, Oberflächen- und Begrünungsinformationen ausgewählt und eingegeben werden, wie z.B. verschiedene Flächenangaben zum Gebäude und der Höhe, zum Energiesystem und -verbrauch sowie eine Vielzahl an Begrünungstypen, verschiedene Oberflächen, Dach- und Fassadenbegrünungen oder unterschiedliche Bäume. Und so sein Szenario erstellen - der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.3. Schritt | Vergleich
4. Schritt | Optimierung
Die Maßnahmenliste des Klimachecks enthält eine individuelle Empfehlung mit einem Maßnahmenprofil zur Verbesserung der Wirkung und Leistung des Szenarios. Mit ein paar Klicks, kann das Szenario ganz einfach geklont und weitere verschiedene Entwurfsvarianten hinsichtlich der Klimasicherung oder einzelnen Teilbereichen mit Leichtigkeit überprüft werden.
Sei es verschiedene Architektur- bzw. Gebäudekonzepte oder Szenarien mit verschiedenen Anpassungsmaßnahmen, wie z.B. verschiedene Begrünungsgrade für Dach- und Fassadenbegrünung oder um die Anzahl und Wirkung von Grünflächen und Bäumen zu optimieren.
5. Schritt | Simulation
Bei entsprechendem Zeitrahmen und Ressourcen sowie speziellen Heraus- und Anforderungen für den Standort oder der Aufgabenstellung, liefert eine 3D-Analyse mit Simulation weitere wichtige Erkenntnisgewinne im Entwurfsprozess.
Mit Hilfe von ausgebildeten Fachexperten (Urban Climate Architecs) können räumliche Schwachpunkte, wie z.B. besondere Hitze-Hotspots, Windkomfort, Fallwinde oder Drucklasten sowie Kaltluftströmungen oder -hindernisse, identifiziert und reduziert bzw. vermieden werden. Sowie weiters die Orientierung und Positionierung der Baukörper hinsichtlich der Durchlüftung und des thermischen Komforts wirkungsvoll optimiert werden.
Dies empfiehlt sich vor Allem bei großen städtebaulichen Aufgabenstellungen, mehrstufigen und geladenen Wettbewerben oder Wettbewerben, wo dies den Auslobungsunterlagen nach auch explizit gefordert wird.
6. Schritt | Finale Überprüfung und Nachweisführung
Für die Abgabe der Wettbewerbsunterlagen kann der finale Wettbewerbsentwurf für die Nachweisführung mit dem Klimacheck schnell überprüft werden. Zudem können die fundierten Ergebnisse in Präsentations- und Wettbewerbsunterlagen (z.B. Plakat, Textbeschreibungen, ...) verwendet werden, um die Nachhaltigkeit und Klimaresilienz des Entwurfs zu unterstreichen und somit einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
Hierbei können entweder Zahlen sowie die Leistungsinterpretation dieser, direkt Screenshots von den einfach verständlichen grafischen Elementen der Online-App oder der grüne Pass und der PDF Bericht als vollständige und transparente Dokumentationsnachweise verwendet und für den Wettbewerb abgegeben werden.
Der Klimacheck und die 3D-Analyse liefern somit wertvolle Informationen, um den Entwurf gezielt hinsichtlich Klimasicherung und Klimaresilienz zu verbessern sowie mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und seinen Wettbewerbsentwurf hinsichtlich Kosten/Nutzen zu maximieren.
Ein Vorteil von softwarebasierten Lösungen ist ihre Effizienz. Durch die automatisierte Auswertung von Daten und die schnelle und ausgeklügelte Berechnung von Ergebnissen sparst du Zeit, Kosten und Aufwand.
Zudem können Lösungen wie der Klimacheck auch bei komplexen Projekten und Aufgabenstellungen eingesetzt werden, ohne dass spezielle Fachkenntnisse erforderlich sind. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit mit dem UCA Training sein Wissen hinsichtlich dieser Bereiche in der greenpass Akademie zu erweitern und die Ausbildung zum offiziellen Urban Climate Architect zu absolvieren.
Neben der Optimierung von einzelnen Gebäuden können diese Tools auch wirkungsvoll bei der Planung von ganzen Stadtvierteln oder Quartieren sowie auch im Bestand bzw. für Sanierungen eingesetzt werden. Durch die Berücksichtigung einer gesamtheitlichen Klimasicherung kann so zukunftsfähige und klimaresiliente (Landschafts-)Architektur entstehen.Studien
Was wäre das Hundertwasserhaus ohne Bäume?
Was wäre das Hundertwasser Krawinahaus ohne Bäume? Ein Klimacheck für das Hundertwasser Krawinahaus in Wien im Bestand, ohne Grün und mit Sanierung
Conclusio
Insgesamt bieten softwarebasierte Lösungen, wie z.B. der Klimacheck oder die 3D Analyse von greenpass, Bauträgern, Architekten und Landschaftsarchitekten eine wertvolle Unterstützung bei Wettbewerben und im Entwurfsprozess von klimaresilienten Immobilien und Freiräumen.
Sie ermöglichen, verschiedene Entwürfe in Architekturwettbewerben effizient und wirkungsvoll hinsichtlich Klimaschutz und Klimawandelanpassung zu überprüfen und zu optimieren, um die steigenden Anforderungen und Wettbewerbsvorgaben hinsichtlich Nachhaltigkeit und Klimaresilienz zu erfüllen.
Somit können wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten und gleichzeitig eine funktionale, zeitgemäße und klimaresiliente (Landschafts-)Architektur schaffen.
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